der Tag vorm Tag vorm Wochenende

regenbogen

wenn es an der Tür klingelt und er mit einem Arm an die Wand gelehnt da steht und wartet – vor der Hofeinfahrt der dunkelblaue BMW, in den ich mich ins Trockene rette. Wenn man in den Kurven tief in die grauen Ledersitze gedrückt wird und dabei beobachten kann, wie die kleinen Wassertropfen krumme Linien von rechts nach links auf die Fensterscheiben malen und aus dem Radio Bon Jovi einen schönen Tag wünscht, dann ist Donnerstag.

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Neuanfang.

Wenn etwas Altes endet, fängt immer etwas Neues an.

Wenn das so ist, dann beginnt für mich ab heute die Zeit der entspannten Mittwoche. Dabei fällt mir auf, dass ich gar nich sicher bin, ob das der Plural von Mittwoch ist. Wenn es jemand besser weiß, bitte melden.;) Nach meiner Kündigung muss ich heute zum letzten Mal Zeitungen austragen. Gottseidank. 5 Jahre lang hab ich das bei jedem Wetter alle 7 Tage gemacht. Heute habe ich dabei eine ganze Menge nachgedacht. Es war ein gutes Gefühl, zu wissen, dass ich zu den Häusern jetzt das letzte Mal gehen musste. – Ein bisschen Ironie des Schicksals, sollte ich heute doch noch einmal die volle Freude daran haben: Regen, Schnee und Sturm. Wollte da oben jemand sicher gehen, dass ich es nicht vermissen werde? Aber das wäre ganz sicher auch sonst so gewesen. Ich hab darüber nachgedacht, dass es sich seltsam anfühlt zu sagen „nie wieder in meinem Leben“. Das klingt irgendwie so, als würde das Leben schon ein kleines bisschen vorbei sein. Und irgendwie ist es auch so. Wieder ein kleines Stückchen Kindheit vorbei denke ich und weiß nicht, ob ich das gut oder schlecht finden soll.

Eine Freundin hat mal gesagt „nimm deine Kindheit in die Arme und lauf so schnell du kannst“. Manchmal würde ich das am Liebsten können. Was weiß ich denn schon, was die Zukunft mit mir vor hat und ob ich schon in der Lage bin, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Ich habe Respekt davor, Entscheidungen treffen zu müssen. Das ist eines der Dinge, die ich nicht gern tue. Und dann denke ich daran, dass wir wirklich schon irgendwie erwachsen werden. Fast alle aus der Klasse haben schon den Führerschein oder arbeiten zumindest dran. Man schimpft sich jetzt die Oberstufe und wählt Kurse fürs Abi. Da neigt sich doch schon einiges dem Ende. Ist das jetzt Licht am Ende des Tunnels oder eher der Punkt, an dem „Schluss mit Lustig“ ist, weil der Ernst des Lebens beginnt?

EVERYBODY MUST HAVE A FANTASY!

Als Kind stellt man sich das alles noch nicht so detailliert vor. Man fragt sich noch nicht wie sondern nur was überhaupt. Das alles ist noch weit genug weg, sich keinen Kopf darum zu machen, wie man da überhaupt hin kommt. Und irgendwie ist es ja so: wir verfolgen alle ein Ziel auf unseren Wegen. Die Wege kommen uns dabei mühsam und anstrengend vor. Aber wenn wir dann das Ziel erreichen, langsam aber sicher, beginnen wir schon, den Weg zu vermissen.

Dann ist es wichtig, sich neue Ziele zu suchen.
& da arbeite ich jetzt dran.

Zukunft, schnall dich an.
Jetzt komme ich.

Laut gedacht.

Ich sollte öffter…

  • im Mondschein Wäsche abnehmen.
  • Pianomusik hören & träumen.
  • Fruchtzwerge mit Banane essen.
  • Mama’s Pfannkuchen-Duft in der Nase haben.
  • glücklich verliebt sein.
  • das Kitzeln der Sonnenstrahlen im Gesicht spüren.
  • den Regenbogen fotografieren.
  • im Gras liegen und die Wolken zählen.
  • den Sternenhimmel in der Badewanne liegend beobachten.
  • den Politikteil der Lokalzeitung lesen.
  • mit Freunden reisen.
  • gute Bücher lesen.
  • ins Kino gehen.
  • bei OBI in der Hollywood-Schaukel Schokolade essen.
  • mit mir selbst zufrieden sein.
  • auf der Gitarre improvisieren.
  • an mich glauben.
  • lächeln.
  • Meine Brille tragen.
  • meinen Ex anlächeln.
  • früh ins Bett gehen.
  • meine Oma besuchen.
  • mit meinem Vater im Auto singen.
  • auf Tanz-Bälle gehen.
  • meinen Regenschirm dabei haben. (ohja – heute wäre der Gold wert gewesen)

So viel zum Frühling

Regentag, Hannover (Praktikum)

Zu früh gefreut, würde ich sagen, als ich am 20.3. gut gelaunt aus dem Haus ging, die Sonne schien und ich wusste: heute ist offiziell Frühlingsbeginn. Passend zu meiner Euphorie war auch noch Freitag – Wochenende.

Heute ist Montag und es regnet. Als ob die Tatsache, dass die komplette Arbeitswoche noch vor einem liegt nicht schon schlimm genug wäre, erinnert einen morgens im Radio schon der Mann mit der schönen Stimme daran, dass für heute MONTAG einige Sturmwarnungen rausgehen und wir das Haus nicht ohne Regenschirm verlassen sollen. Ich überlege kurz, ob ich ihm für diesen Hinweis nicht eigentlich dankbar sein soll, entscheide mich aber dagegen, weil ich lieber schönes Wetter gehabt hätte.
Draußen auf dem Weg zur Bushaltestelle versuche ich elegant an den großen Pfützen vorbei zu kommen, ohne auf die Hauptstraße zu treten, schaffe es aber nicht, weil der Gehweg zu schmal ist. – Gut, dass ich die wasserdichten Stiefel angezogen habe, denke ich. Vielleicht war der Tipp aus dem Radio doch nicht so schlecht. Heute morgen hat der Bus mal keine Verspätung. Dafür begrüße ich den Busfahrer beim Einsteigen mit einem Lächeln und bin froh, dass ich endlich im Trockenen bin.