durch die Augen einer Feindin

Auch der Alkohol in deinen Venen kann den Schmerz nicht aus diesem Herz rausschwemmen, kann diese Bilder nicht ertränken. Erinnerungen, die es behalten möchte, lässt ein Herz nicht los. Wenn ich aufgebe, dann nur nach außen hin, lasse dich gehen, aber gehe doch keinen einzigen Schritt in eine andere Richtung, auch wenn sie sich in perfekter Weise auftun. Ich werde dir gedanklich doch nicht von der Seite weichen können. Will für dich da sein, wenns dir schlecht geht und mich für dich freuen können, wenn du lachst. Wenn es doch nur halb so schmerzhaft wäre, dass das einzige, was dich wirklich glücklich macht diejenige ist, die mich ersetzt. – Conner, wir wissen beide, wäre sie nicht mehr Teil deines Lebens, würden wir noch in derselben Nacht miteinander schlafen. Prasselnd schlägt der Regen auf die Fensterscheiben, als wäre es das Haus einer verhassten Feindin, das es zu zerstören gilt. Träumend steht sie vor der Wand – im feindlichen Trommelwirbel – Bilder. Rote Augen starren von gegenüber. Dicht an dicht. Es gibt kein Entkommen. Dieses paar Augen sieht jeden Makel und lässt sich nicht abschütteln. In den Pfützen des Regens, bis aufs Dach, an dessen Kante sich die Sehnsucht nach dem Fall gegen Angst ersetzt, an den nassen Fensterscheiben der Autos und auch bis in die Wohnung jagt es dich, dieses feindliche, strenge paar Augen treibt dich in die Enge und fordert dich zu einem neuen Kampf heraus. Blutrot ist die Nacht. Respektieren und bewundern würdest du mich erst wieder, wenn ich diesen Stolz nach außen trüge, selbstbewusst lächelnd, der kleine Sonnenschein, wie damals, als wir uns kennen lernten – als könnte dieser Körper je etwas anderes als Feind sein. Wie immer – besser kriege ich es nicht hin. Die Silhouette im Spiegel schlägt die Augen nieder und weiß, dass sie unretouchiert und ohne ins rechte Licht gerückt zu sein, dass sie authentisch niemals bestehen könnte, gegen deine immer mal wieder bessere Hälfte, Alkohol im Blut, Bilder, peitschender Regen, von allen Seiten zerstört ihr mich. Ich blicke auf den Kalender. 2012, 2013, 2014, 2015, 2016, Zahlen donnern auf mich ein, als würde mich die Zukunft erschlagen. Ich will keinen einzigen Tag mehr weiter in die Zukunft, wenn sie ohne dich ist.

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