Immer noch in Trance

 

Ein herzliches Dankeschön zur Begrüßung – man bekommt ja schließlich nicht jeden Tag eine Einladung zum U2 Konzert, für das man so unerträglich gerne Karten haben wollte. Ich frage mich immer noch, womit ich so ein Glück verdient habe.;)

Während des Soundchecks, den man schon alleine wegen dem gigantischen 360 Grad-Bühnenbild ohne Ungeduld überstand, brachte irgendwer der anderen 49999 plötzlich eine La Ola Welle in den Gang und trat auf diese Weise eine riesengroße Euphorie los. Das Stadion tobte, während die Welle immer und immer wieder ihre Runde machte. Schon alleine für dieses Gefühl der Massenbegeisterung hatte es sich gelohnt, sich in den Zug zu setzen.

Doch das alles war noch nichts, im Vergleich zu dem Moment, als U2 am Eingang erschien und sich die Band auf den Weg zur Bühne machte. Ich kann das nicht beschreiben, das muss man fühlen. Dieser Überschwang, mit dem sich alle Menschen auf den Tribühnen erhoben, die Musik, die Scheinwerfer, die Farben und dieser atemlose Jubel aus allen Richtungen. Was muss das für ein Wahnsinnsgefühl sein, wenn du weißt, dass sie alle nur für dich gekommen sind?

Nach dem Eröffnungsintro Return Of The Stingray Guitar hauten U2 gleich den Megaerfolg Beautiful Day raus und stellten somit schonmal klar, dass man sich für den Rest des Konzertes nicht wieder hinzusetzen brauchte. Über den Köpfen der Menschen im Innenkreis direkt vor der Hauptbühne fuhren die zwei großen Brücken zum umrandenden Laufsteg im Kreis. Natürlich waren auch Hits wie Magnificent, Elevation, City of Blinding Lights, Miss Sarajevo und Sunday Bloody Sunday mit im Programm. Außerdem spielten U2 ihre eigene Version von Amazing Grace, gekoppelt mit Where The Streets Have No Name. Mein persönliches Highlight war neben der One-Lieblingshymne der Song With Or Without You. Für einen Regisseur sang das ganze Stadion dann acapella Happy Birthday. Es folgte ein Gänsehautmoment auf den Anderen.

Als Bono sang „but I Still Haven’t Found What I’m Looking For“ grinstest du mich an, mit den Worten: „Also ich habs gefunden.“ Und wenn du mich irgendwann alleine hier lassen solltest, dann werde ich das in Erinnerung behalten. Ganz bestimmt. Und deinen wippenden Fuß, der so gar nicht im Takt war.

Die bunten Scheinwerfer strahlten in rot und orange die kleine tobende Masse an, die man von den oberen Stadionplätzen perfekt beobachten konnte. Alle synchron, gepunktet angestrahlt. –

Menschen – so schön seid ihr nie wieder.

Ich fand das Konzert auch wahnsinnig inspirierend. Ich finde es großartig, wenn sowas einen zum Denken anregt. Auf dem großen Rundum-Bildschirm der 360 Grad-Bühne standen Fragen wie Schöpfung oder Evolution? aber auch Bono hatte schöne kleine Reden vorbereitet. Er erzählte auch von einer Artzhelferin (oder sowas) die seinen Arsch mit Made in Germany bestempelt habe.

Einmal wurde alles still und Bono gedachte Robert Enke, der in Hannover/Eilvese sein Leben verlor. Wen das nicht berührt hat, der hat kein Herz. Ich konnte mir das ein oder andere Tränchen auch nicht verkneifen.

Schön finde ich auch, dass U2 immer so tolle Texte hat. Bei meinem Zukunftspessimismus tun Sätze wie „The future needs a big kiss“ (Get on your boots) oder“Every generation gets the chance to change the world“ (I’ll go crazy if I don’t go crazy tonight) schon ziemlich gut.

Wenn man den Blick über die dunklen Tribühnen streifen ließ, glitzerten überall die Handys und Blitzlichter der Kameras (verbotenerweise). Das sah schön aus. So ein Glitzermeer.

Bei der letzten Zugabe hatte Bono ein beleuchtetes Mikrofon. Das sah eher so aus wie ein Lenkrad. Und zwischendurch setzte er sich darauf, wie auf eine Schaukel und schwebte ein bisschen über die Bühne. Da gings auch auf der Tribühne richtig ab (er musste aber auf seine Bandscheiben achten). Kaum hatte die Band die Bühne verlassen (da war noch kein Zuschauer gegangen) begannen die Bühnenarbeiter auch schon mit dem Abbau der Spinne.

Insgesamt spielten U2 23 Songs. (gesamte Setlist des Abends hier)

Im Auto auf dem Weg zu mir nach Hause lief die Radio-Aftershowparty mit live-U2-Aufnahmen und man konnte anrufen und seine Eindrücke vom Konzert Kund tun. Der Radiosprecher sagte Wir sind bei Euch auf dem Weg nach Hause. ..und es kam einem vor als würde die ganze Welt mit all diesen Menschen in den Autos um einen herum gerade genau das Gleiche fühlen.

Ein wunderschöner Abend.

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