Like a Satellite – ab nach oben

Also eigentlich hatte ich mir ja geschworen, den Eurovision Songcontest erst wieder zu gucken, wenn die Ländernamen nicht mehr unter den Titeln eingeblendet werden. Weil ich dachte, dass bei der Bewertung alles mit rein spielt, außer Musik. Nachbarländer tun sich gegenseitig einen Gefallen und irgendwie ist alles rein politisch. Hab ich gedacht. Und nach Deutschlands historisch vorbelastetem Stand, hab ich mir damit immer Platzierungen im unteren Bereich erklärt.

Naja. Nach dem Hype, den dear Mr. Raab mit der Unser Star für Oslo-Nummer ausgelöst hatte, all den Lena-Auftritten bei Tv Total mit ihrer lockeren, sympatischen Art, hab ich heute dann also doch eingeschaltet. Außerdem sprachen Kritiker ihr ja auch gute Chancen zu und gegen Satellite im Radio konnte man sich ja so oder so nicht wehren. Dazu kam, dass Lena ganz aus der Nähe kommt und fast so alt ist, wie ich. Und dass ich ja auch so gerne singe. Und irgendwie war sie damit spannend.

Und damit waren L. und ich dann eben so drin. Wir haben auf ein Public Viewing verzichtet, weil wir noch nicht so richtig an eine gute Platzierung geglaubt haben, weil eben Deutschland drunter steht.

Dann kam Lenas richtig guter Auftritt, bei dem sie sichtbar Spaß hatte, mit dem wenigsten Drumherum und einem der fetzigsten Lieder. Ich denke, dass vor allem ihre Art immer und immer wieder begeistert und überzeugt. I save the best I have for you.

Naja. Nach all der Hoffnungsmache haben wir dann ganz gespannt bis zum Ende durchgehalten und ganz fest die Daumen gedrückt. Ich hab den Eurovision Songcontest ja nun schon lange nicht mehr verfolgt (das letzte Mal bei Lordi.. wie lange ist das her?) dann fielen Punkte für Deutschland, ohne Ende. Und eigentlich schlafe ich bei der Punktevergabe immer ein, weil Deutschland eh keine bekommt. Dieses Mal fanden L. und ich uns dann dicht vorm Fernseher kniend, daumendrückend – und wir hatten diese hohen aufgeregten Stimmchen und lachten darüber, dass wir noch nie aufgeregt die Punktevergabe verfolgt haben.

Dann sprang Deutschland mit 52 Punkten auf Platz 1. Ich habe sofort meine Kamera gezückt und ein Foto vom Fernsehbildschirm gemacht. Ich wollte ein Erinnerungs-/Beweisfoto haben, dass Deutschland es einmal an die Spitze geschafft hat, in meinem Leben.. wenigstens für einen Moment.

Mutig gaben L. und ich uns dann die Hand drauf, wenn wir gewinnen sollten (was wir kaum aussprechen mochten), dann würden wir im nächsten Jahr auf jeden Fall zum Eurovision Songcontest IN DEUTSCHLAND fahren und live dabei sein.

Platz 1 machte Lena zu keinem Zeitpunkt mehr jemand strittig. Ich wusste gar nicht, dass die dann sonen seltsamgeformten Preis bekommen, hatte da immer schon frustriert den Fernseher ausgeschaltet.:D L. und ich haben dann die Siegersongperformance mit meiner Kamera gefilmt und uns eben noch einmal darüber kaputt gelacht, was für Kommentare wir geäußert haben und wie fassungslos wir gerade waren. „‚Äh – wer ist eigentlich Zweiter?“ – „Keine Ahnung, is doch scheißegal.“:D

Mein Lieblingsmoment, nachdem Lena ihren Preis bekommt: „Äh – muss ich jetzt nochmal singen??!“ – Sie war so süß geschockt. Herzlichen Glückwunsch an Sympatilena, die coolste Sau unter der Sonne – und an Raab, der anscheinend anfassen kann, was er will, es wird zu Gold. Wir sind ganz furchtbar stolz.

Und für mich hat das auch noch eine ganz andere Botschaft. Ich begrabe jetzt meine Vorurteile à la der Eurovision Songcontest hätte nichts mit Musik zu tun. Anscheinend ist Politik eben doch nicht alles..

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