Weggewischt

Es war merkwürdig, was für klare Gedanken ich fassen konnte, als ich mich bei ihm hinten auf das Motorrad setzte und mich voll und ganz diesem Gefühl der Geschwindigkeit hingab. Und ich habe gemerkt, dass ich die Überholspur doch nicht aufgeben will, dass man manchmal auch ein bisschen Limit und scheinbare Grenzenlosigkeit braucht – aber nicht, weil man es muss, sondern einfach nur, weil man es kann. Ohne Sinn und Zweck. Nur für mich. Nur ein paar Stunden, in denen frau sich trotzdem anlehnen kann. In der sie ihr Leben einfach mal in andere Hände gibt, in Hände, denen frau vertraut. Anlehnen und durchatmen. Einen Moment lang, als mir der kalte Fahrtwind eine Strähne in die Augen bließ, sodass ich eine heimliche Glücksträne weinte, die mir bis an den rechten Mundwinkel herunterlief und eine schwarze Linie von der billigen Mascara auf meine Wange malte. Als sich das Adrenalin in den Adern breit machte und ich es so sehr wollte. Wenn am Himmel die dunklen Wolken aufziehen: On attend la pluie.

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