Serendipity

So, ich bin weg, wenns klingelt ist es die Post, höre ich meine Mum rufen, bevor sie die Tür zuknallt und vom Hof fährt. VERDAMMT, wie spät ist es? Es ist halb 11. Schnell springe ich in meine Klamotten. Ich erwarte meine Fotos, die müssten langsam mal per Post kommen und ich will nicht wieder total zerzaust im Bademantel die Tür aufmachen müssen.

Ich beeile mich, habe dann aber auch noch Zeit für ein kleines Frühstück und dafür, die alte Bücherkiste auf dem Flur durchzugucken, in der meine Mama gelesene Bücher einsortiert hat. Sie möchte sie der Bücherei des Krankenhauses, in dem sie arbeitet, spenden, weil die da nur „eine katastrophale Auswahl“ haben. Und bei den Mengen an Büchern, die sie gelesen hat, muss sie es ja wissen..

Schließlich fällt mir ein, das heute Montag ist. Ich erinnere mich an den Artikel in der Zeitung in dem stand, dass die Postboten montags nur noch die halbe Post bringen, weil montags so wenig Briefe kämen, in letzter Zeit. Verdammt..

Halt. Ist das nicht? Der Wunschzettel – das Buch das ich mir als nächstes kaufen wollte, von meiner Lieblingsautorin (Alexandra Potter Ein Mann wie Mr. Darcy) – wie soll man es nennen? – Glück/Glücklicher Zufall – serendipity, betet mein Gehirn aus den gerade gelernten Vokabeln hervor. Perfekt! Heute hat sowieso keine meiner Mädels Zeit, also muss ich den Tag irgendwie anders verbringen.

Yesterday is history, tomorrow is mystery, but today is a gift. That’s why we call it the present, sticht mir entgegen, als ich stichprobenartig irgendeine Seite aufschlage. Weisheiten in  Büchern zu finden ist immer wieder schön.

Plötzlich springt der gelbe Smilie von incredimail über meinen Bildschirm und bölkt „you have a mail„- das klingt so ein bisschen wie you have a meal, was ich in diesem Moment auch angenehm fände. Schnell durchsuche ich mental das Eisfach in der Kühltruhe – war da noch ein Magnum Mandel?

Und schon finde ich mich, die Beine auf den Schreibtisch geschwungen, mit dem Fundbuch in meinem Zimmer wieder, während mir der kühle Schokoladengeschmack auf der Zunge vergeht.

„Jess ist wirklich eine bemerkenswerte Frau. In den letzten Jahren hat sie sich eine beeindruckende praktische herangehensweise an das Thema „Wie finde ich den richtigen Mann“ angewöhnt. Vergiss das Geschwafel über Schicksal, Seelenverwandtschaft und Schmetterlinge im Bauch – wichtig ist, möglichst viele wesentliche Punkte abzuharken. Für Jess ist die Suche nach dem Richtigen wie der Kauf eines Gebrauchtwagens: Baujahr? Ansehenliche Karosserie? Zahl der Vorbesitzer? Verlässlichkeit?“

Auch eine Möglichkeit, schmunzel ich.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s