70er, 80er, 90er – Früher war alles besser.

Als Jana und ich uns heute die Trauerfeier von Michael Jackson angesehen haben und über die Zeit von den 70ern bis heute nachgedacht haben, dann fühlte es sich an, als würden wir in der falschen Zeit leben. Allein wie die Musik früher gelebt wurde und diese verrückten Kleidungsstücke für die sich heute fast jeder der Erwachsenen schämt, wenn er Fotos in die Finger bekommt, zeigen die Lebenseinstellung der jungen Leute – und für uns sieht es nach Spaß aus.

Abends legte ich dann meine Live-DVD (heute besorgt) von der Dangerous-Tour 1992 in den Player und setzte mich mit Papa zusammen. Er gab mir eine original Eintrittskarte von 1988 in die Hände, Michael Jackson live in Hannover. Ein echter Schatz! Anschließend sind wir in den Keller gegangen, und studierten seine alte Plattensammlung. Ich hatte ja keine Ahnung, wieviel gute Musik da drauf ist, die ich selber gerne höre.

platten

Damals war Musik noch wirklich Arbeit und Kunst und nicht wie heute, wo vieles mit dem Computer in die richtige Richtung geschoben wird. Damals musste man noch was können.

Und ohne Handy und Internet haben die damals auch viel mehr unternommen als wir techniküberladenen Cyberspacemenschen heute.

Muss ne tolle Zeit gewesen sein..

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  1. Oja, es war eine tolle Zeit!

    Meine erste Michael Platte verdiente ich mir mit Babysitting. Ich wollte sie unbedingt und war stolz wie Oskar als ich endlich das Geld zusammen hatte um sie mir zu kaufen. Damals gehörte er noch zu Jackson Five, niemand ahnte zu dieser Zeit, dass er nur wenige Jahre später zum King of Pop ernannt werden würde. Meine Mutter fand seine Musik furchtbar und es gab quasi täglich Ärger, weil ich seine Songs rauf und runter hörte. ;)
    Da ich mir natürlich nicht alle Platten leisten konnte, nahm ich alles das von ihm kam, auf Kassette auf. Manchmal verbrachte ich Stunden damit Radio zu hören um nur einen einzigen seiner Songs „aufnehmen“ zu können. :)

    Michael berührte mich vom ersten Augenblick an auf eine ganz bestimmte Weise – heute denke ich, es war seine Magie. Seine ganz eigene Magie die er ausstrahlte. Das erstaunliche war – und das wurde mir kürzlich wieder richtig bewusst: ich habe nie für ihn geschwärmt. Jedenfalls nicht so, wie man das normalerweise für Stars tut. Dabei sah er wirklich toll aus.
    Wovon ich träumte, war einmal mit ihm sprechen zu können. Ihm einfach gegenüber zu sitzen und mich mit ihm zu unterhalten. Irgendwie war ich davon überzeugt, dass dies die Unterhaltung meines Lebens sein würde.

    Dann kam sein komentenhafter Aufstieg und alle tanzten wir den Moonwalk.
    Wir schleppten unsere riesigen Kassettenrekorder wo wir auch hin gingen mit uns, stellten sie oft mitten in der Stadt ab und tanzten los. Andere Jugendliche, die wir gar nicht kannten, tanzten spontan mit und zufällig vorbeikommende Passanten blieben stehen, umkreisten uns, klatschten im Takt und wir – wir tanzten zu seiner Musik. Es war Magie – anders kann man es nicht sagen.

    Ich wurde älter, aber meine Verehrung für Michael blieb. In den letzten 10-15 Jahren wurde es mehr und mehr zu einem Mit-Leiden. Sobald ich ihn im TV sah, brach ich in Tränen aus. Sein Schmerz war ihm ins Gesicht gemeistelt und sein Lächeln – dieses eine ganz besondere Lächeln, für das ich ihn in meiner Jugend so sehr liebte, war gestorben.
    Trotzdem ich mich ihm auf diese unerklärliche Weise so nah fühlte, überraschte mich meine eigene Reaktion auf seinen Tod trotzdem sehr. Es war zu erwarten, dass mich diese Nachricht schwer treffen würde, aber dass es SO sein würde, ahnte nicht mal ich.
    Ich sass am Pc, schrieb an meinem Buch und verfolgte nebenbei von Zeit zu Zeit Twitter. Plötzlich kamen die ersten Tweets – Michael J. im Koma! Ich sass wie erstarrt da und fixierte die Tweets die immer häufiger und schneller kamen, klickte den ersten Link zu live Übertragungen. Da sprachen sie noch immer von Koma, doch mit einem mal wusste ich, dass das nicht der Wahrheit entsprach. Ich fühlte, dass er uns verlassen hatte und weinte hemmungslos. Die folgende Nacht fand ich keinen Schlaf und übergab mich mehrmals.
    Selbst heute kann ich nicht mal ansatzweise erklären, was diese Nachricht in mir auslöste. Es war nicht nur diese Traurigkeit, dass er gestorben war, sondern vielmehr die Gewissheit, dass er nun wirklich keine Chance mehr haben würde, das Bild, das viele Menschen von ihm hatten, wieder gerade zu rücken. Dieser Gedanke brachte mich schier zu Verzweiflung.

    Ich dachte bis vor kurzem, dass meine „Jugend“ irgendwann zwischen meinem 18. und 24. Geburtstag beendet war, aber nun weiss ich, dass meine Jugend erst viel später ging – am Tag seines Todes – am Tag als der King of Pop starb, nahm er meine und die Jugend vieler, die in den 70er und 80er Jahren heranwuchsen mit sich.

    Ich freue mich, wenn ich Blogs wie den Deinen lese. Er zeigt, dass Michaels Magie weiter leben wird und irgendwie tröstet mich das auch. Denn im Grunde ist das der beste Beweis dafür, dass – trotz allem Unverständnis und teils auch blankem Hass, der ihm in den letzten Jahren von so vielen entgegenschlug – sein Geist, seine Seele alle Spötter und Neider überlebt hat und das kann ihm niemand mehr nehmen. :)

    Danke Pollly! :)

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