Up & down

Ich mag es nicht, das Gefühl zu fallen. Es geht so steil und schnell hinunter, dass ich mental verzweifelt versuche meinen Puls zu spüren – hallo? – ja ich lebe noch, aber es fühlt sich an, als ob mein Herz stehen bleibt. Schon, wenn ich abends im Bett liege und auf einmal unkontrolliert zusammenzucke, weil sich die Muskeln entspannen, löst das Unbehagen in mir aus – es fühlt sich an, als hätte ich den Boden unter mir verloren.

Meine Freundin genießt das. Sie liebt diese Sekundenbruchteile der Schwerelosigkeit, das Gefühl vom Freisein, mal so richtig schreien können, mitten in der Öffentlichkeit, so laut es geht, ohne dass sich jemand wundert. Sie liebt es, sich frei zu machen.
Ich empfinde das Gegenteil: Machtlosigkeit, Enge, Kontrollverlust. Es ist schlimm, weil man sich eben nicht frei machen kann, weil es immer wieder hoch und runter geht und das riesige Metallding, an dem ich mich festkralle eben nicht stoppt, wenn ich jetzt sofort wieder aussteigen will.

Ich bin das erste und das letzte Mal in einer Schiffsschaukel gewesen.

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