Karma Police

Ich steh‘ halt am Abgrund und egal wie ich weiter gehe, ich werde fallen.
Also steh‘ ich halt noch’n bisschen, solange es geht, geniesse die Aussicht und warte, bis der Wind mich schubst.
Es wird auf jeden Fall weh tun.
Ich gehe davon aus, dass ’n Haufen Frauen auf dieser Welt ‚rumlaufen und versuchen, ansatzweise irgendwie so jemanden wie wenigstens einen von euch beiden zu finden und dass ’n grosser Teil dieses Glück nie haben wird.
Und ich wache morgens auf und habe 2 Rosen auf’m Display!
Irgendwann kommt die Karma Police und tritt mir dafür in den Arsch,
weil’s unfair is‘ und dafür dann der Negativausgleich kommen muss..

Ich sitze vor dem weißen Fenster und starre auf den blinkenden Cursor. Soll ich das hier jetzt wirklich anfangen? Kann und will ich das jetzt wirklich alles nochmal durchleben? Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Mein Herz ist voll und leer zugleich. Ich stehe irgendwo zwischen verdrängen und ausleben: Dieser Emotionshaufen, den ich nicht einsortieren kann, den ich nicht haben wollte, der sich aber auch nicht blockieren lässt. Wie oft haben wir uns die letzten Wochen im Kreis gedreht? Wie oft haben wir Lösungen gesucht und keine durchgehalten? Wie oft haben wir dieses eine Gespräch immer und immer wieder geführt, uns die selben Fragen gestellt und keine befriedigende Antwort erhalten? Wie oft habe ich dich blockiert und weggeschoben, gemauert, wie du sagst – und wie oft bin ich dir hinterher gelaufen, wenn auch heimlich – habe Projektionsflächen gesucht, aus Musik, Zitaten und Bildern, alte Verläufe gelesen und mich hingegeben und verloren? Es musste ‚was passieren!

Wir dachten, uns zu sehen, würde etwas verändern, würde uns einen Abschied ermöglichen, uns die Realität vor Augen führen, irgendetwas zerstören oder offenbaren, was wir ohnehin wissen mussten, damit es danach möglich werden konnte, wieder glücklich zu sein. Ich hatte meine Entscheidung getroffen und du wolltest deinen vermeintlich letzten Versuch, um dir nie vorwerfen zu müssen, du hättest nicht alles versucht. Ich wollte ein Stück Realität. Ich wollte wissen, was ich fühle, ich wollte wissen, dass ich das richtige tue. Ich war gefangen zwischen Neugierde und Konsequenz. Wir waren glücklich uns zu sehen, wir haben die Zeit genossen und doch musste ich mich permanent verteidigen. Und so war es klar, dass der Moment des Abschieds, an den ich zuvor keinen Gedanken zu verschwenden bereit war, am Ende weh tun musste.

Ich hielt es immer für den Jackpot, als Frau zwischen zwei Männern wählen zu können – dass man zwei Verehrer hat, die bedingungslos, unaufhörlich und mit voller Willenskraft auch allen meiner Widerständskämpfer zum Trotz zu lieben bereit sind. Welches Chaos das in mir auslösen könnte, hatte ich nie für möglich gehalten. Zwei Männer zu lieben bedeutet, immer einen zu verletzten. Es bedeutet, im ständigen Krieg mit sich selbst zu sein. Caught between a strong mind and a fragile heart. Wenn du nicht gerade ein Mensch bist, der gewissenlos und ohne an Konsequenzen zu denken, in den Tag hineinleben und sich von beiden nehmen kann, was er gerade braucht, dann wird es dich innerlich zerreißen. Es und Über-Ich zerren an mir und gewinnen ihre Schlachten abwechselnd. Ich kann euch beiden nicht weh tun, ich kann euch beide nicht verlieren. Ich kann es nicht richtig machen. Ich bin im Himmel, solange ihr beide da seid und zugleich ist es meine persönliche Hölle, zu wissen, dass das nicht für immer gut gehen kann, weil es keinem von euch gegenüber fair wäre, euch nie ganz zu gehören.

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Poltergeist

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Photo by Alex Boyd on Unsplash

Da ist etwas schweres in der Magengegend. Es wird immer dominanter und es breitet sich aus. Meine Seele rebelliert, sie fühlt sich gefangen in diesem Körper. Ich bin meinen eigenen, ständig wechselnden Emotionen ausgeliefert, da ich ihren Ursprung nicht ergründen kann. Irgendetwas sagt mir nur, dass ich nicht richtig bin, das irgendwas in mir falsch programmiert ist. Meine sonst so analytische Herangehensweise an das Leben bürdet mir unmögliche Aufgaben auf. Be the sun, fordert sie. Sei fröhlich, sei gut gelaunt – mit solchen Menschen möchten sich Andere umgeben. Ich hasse egozentrische Problemmenschen, die anderen in einer Tour ihren eigenen Müll vor die Füße kippen und so dreist sind, zu erwarten, dass man sich um ihren Schrott bemüht. Deswegen kann ich mich auch selbst grade nicht ausstehen. Ich kann gerade einfach nicht die Sonne sein. Es fällt mir schwer zu genießen. Bin ich jetzt wirklich auch so ein Burnout Mädchen? Opfer einer Modekrankheit, gemacht für Menschen, die gelobt werden wollen, weil sie einen hohen Anspruch an sich selbst stellen und ein geringes Selbstwertgefühl haben?

Ich bewege mich in Extremen. Es gibt nur Überforderung oder Untätigkeit. Es gibt nichts dazwischen. Gib mir einen freien Tag und ich ertrinke in meinem eigenen Anspruch, diese wertvolle Zeit maximal sinnvoll zu nutzen. Ich komme zu gar nichts. Ich esse nicht, ich bewege mich nicht, ich schaue auf die Uhr und leide, weil mir der Tag so durch die Finger gleitet. Ich bin körperlich müde, ich habe zu nichts Lust. Ich will niemanden sehen und von niemandem gesehen werden. Ein guter Tag definiert sich durch eine abgearbeitete To do Liste, nur dann kann ich zufrieden schlafen gehen (und wenn das bedeutet, den Tag null genossen, aber das Klo geputzt zu haben). Entscheidungsfragen sind für mich unlösbar. Ohne Listen und Planung kriege ich gar nichts mehr auf die Reihe. Ich leide an der Stille des Alleinseins und flüchte vor Begegnungen. Ich fühle mich nicht wie eine Frau, die man lieben könnte und fordere dennoch so viel Liebe ein. Ich zerbreche an meinem eigenen Widerspruch und zerrede jede Lösung, weil ich gar nicht die Kraft dazu aufwenden kann, es aktiv anzugehen. Ich fühle mich, als erwarte ich den ewigen Zuhörer, der sich aber bitte nicht einbilden sollte, mir da raus zu helfen. Und dann ziehe ich mich zurück, nur vor mir selbst kann ich einfach nicht entkommen.

Von Vergebung

toa-heftiba-274947-unsplash.jpg(via unsplash)

Life happens while you’re making plans.

Wie erstrebenswert sind eigentlich comfortzones für dich?

Sehr! Ich liebe die Komfortzone, ich liebe auch Routinen und Alltag. Neuerungen versetzen mich in meinen angeborenen Selbstzweifeln gepaart mit meinem unerschütterlichen Perfektionismus immer in maximalen Stress.

„Pläne sind dafür da um sie über den haufen zu werfen“, was für ein dämlicher Spruch, hab ich immer gedacht! Ich hielt mich an meine Pläne und erreichte meine Ziele. Pläne gaben mir Orientierung und Sicherheit, sie gaben mir den Sinn. Mit 25 hatte ich meinen persönlichen Lebensentwurf erreicht. Sie klopften mir dafür auf die Schulter, waren stolz auf mich, beeindruckt, dass du in so einer Mordsgeschwindigkeit da hin gekommen bist wo du heute stehst.

Ja. Warum bin ich nicht glücklich, frage ich mich.

Leb doch mal, sagst du. Du musst im hier und jetzt glücklich sein und nicht Angst vor der Zukunft haben.

Ich weiß, ein Fünkchen Wahrheit ist da dran. Aber was ist mit der anderen Seite? Was ist, wenn ich später zurückschauend auf meine neue, planlose Drauflosleb-Einstellung feststellen muss, dass ich aufgehört habe, mir die Ziele zu erarbeiten, die mir eigentlich wirklich etwas bedeutet haben. Was ist, wenn ich im Alter zurückschaue und traurig bereue?

Meine Diagnose hat alles verändert, sagst du. Wenn du dich mit dem Ende auseinander setzen musst, dann gibt es nur noch das Hier und Jetzt und es gilt das Maximale daraus rauszuholen.

Was ist, wenn du der Liebe deines Lebens begegnest, aber du bist schon verheiratet? Es gehört Mut dazu, sein vorhandenes ganz gutes Leben aufzugeben, obwohl man weiß, dass es funktionieren könnte.

Ich blickte auf meine derzeitige Beziehung und erkannte, dass ich nicht vollständig glücklich war. Dass es funktioniere, aber ich mir mehr wünschte. Ich realisierte, dass es dir genauso ging. Denn so sehr du es dir auch einredest, ich hatte aufgehört dich glücklich zu machen. Ich war schlichtweg nicht mehr in der Lage dazu. Und so entstand ein neuer Gedanke in meinem Kopf: Irgendwann wirst du mir dankbar sein, für die Frau, die du dann hast.

Es klingt immer so einfach, der Täter zu sein. Lieder handeln immer nur aus der Opfersicht. Es ist schwer, mit diesem Gewissen zu leben. Es ist schwer, dir wehgetan zu haben. Es ist schwer, dich nicht mit einer Umarmung verabschiedet zu haben, denn so ein Abschied wäre dieser Beziehung so würdig gewesen. Es ist schwer, damit abzuschließen, wenn man die Entscheidung selbst getroffen hat, weil man damit leben muss, dass man selbst die Wahl hatte und selbst die Verantwortung für diese Situation trägt. Die Herausforderung besteht in Verantwortung und Selbstvergebung.

Lerne, dir selbst zu verzeihen, dass dein Plan A nicht das richtige für dich war.

Lerne, dir selbst zu verzeihen, dass du jemandem weh tun musst, der dich immer gut behandelt hat und nur das Beste verdient.

Lerne, dass du dich nicht selbst bestrafen musst.

Lerne, dass es kein Verbrechen ist, etwas nicht zu Ende durchzuziehen, wenn es dich nicht mehr glücklich macht.

Lerne Selbstliebe.

Lerne, dass du irgendwann wieder glücklich sein darfst.

Gebt mir eine leere Wohnung und die Aufgabe ein Sofa zu finden oder eine Bilderwand. Ich bin der Nichtentscheidungsmensch, da ich alles abwägen, vorzeichnen, zusammenmontieren und vergleichen, jede mögliche möglichkeit in Erwägung ziehen und mit jeder weiteren Option vergleichen muss. Ich bin nicht der Schnellschusstyp. Ich bin nicht der Doppelteinkäufer. Ich überlege gründlich, ich habe einen perfektionistischen Anspruch und bin nur dann wirklich zufrieden. Und so war es auch mit euch. Ich habe mich lange gequält, eine Entscheidung getroffen und habe sie bis heute nicht bereut.

9 Jahre Jubiläum Pollly – es ist ruhig hier geworden.

Du bist mein Wegweiser zu mir selbst. Du hörst mir zu. Du inspirierst mich. Du hilfst mir, die beste Version von mir selbst zu werden und weiter an mir zu arbeiten. Ich schreibe wieder. Ich liebe dich mit allem was ich habe. Du bist mein Glück.

 

Auf einer Skala von 1 bis 10…

…wie sehr lieben Sie Ihr Leben?

Diese Frage hat mein Leben auf den Kopf gestellt. Ich war verstandstechnisch auf einer 10. Von außen betrachtet überstrahlte sie jeden Zweifel, diese fette goldene 10. Mein Leben lang hatte ich nach Plan A gelebt und jedes einzelne meiner Ziele erreicht, teilweise in so einer Mordsgeschwindigkeit, dass ich kopfschüttelnd zurück blickte und mich fragte, ob das wirklich wahr sein konnte.

Ich wusste nicht, was es war. Ich hatte nur diese unangenehme kleine Ahnung in der Bauchgegend. Ich hatte alles erreicht, alles lief perfekt, bot mir die besten Zukunftsperspektiven. Und doch stand ich da und fragte mich: „Wieso bin ich nicht glücklich? Was zur Hölle fehlt mir denn?“

Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass Plan A zwar perfekt ist, aber eben nicht für mich. Ich wollte so sehr daran festhalten. Es war mir einfach so heilig. Ich wollte niemandem weh tun. Ich war voller Dankbarkeit und zog mich immer mehr in meiner Überforderung zurück.

Ich weiß, niemand versteht das. Fragt mich nicht, wo ich hin will.
Einfach nur weg.

 

 

Oh, Muro!

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☼ The turquoise mediterranean sea is my favorite place to be. ♡

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372 days apart of our new favorite island Mallorca was calling again. Last year we spent  the entire week with our rental car and discovered the seaside around the isle, stopping at beautiful spots we had found on postcards and climbed down to secret shores. The turquoise sea freed my mind and we recharged our low batteries in the white sand, hiked around giant rocks for the most incredible view in the depth and the endless wideness of the mediterranean sea whos waves seemed to glitter in the sun like diamonds.

This year we checked in one village beside Can Picafort and came to love beautiful Muro. Priority: Chilling out. We left out car rentals and concentrated on sea-acitivties.

Favorite moments:

  • Jumping off a boat in the middle of a conservation area, swimming in-between a shoal of silver shimmering fishes.

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  • Watching coralls and fishes through a glass-bottom boat.
  • Getting up before the sun, walking at the seaside, listening to the waves until sunrise.

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  • Raising from a speedboat, breathing the warm salty air under a 60m high flying parachute, feeling the sun on my skin and keeping the incredible view in our long-term memories.

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  • Sitting at the poolside, listening to a beautiful acoustic guitar musician, drinking spanish canned beer and saying „yes“ to him for the second time just because the moment was perfect.

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Song of the trip: El mismo sol

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